
Tom Kim führt bei den Asienspielen vor der Schlussrunde – und spielt um mehr als eine Medaille: Gold würde ihn vom Wehrdienst befreien.
Noch sind im japanischen Kasugai Country Club keine Medaillen vergeben, doch für Tom Kim ist diese Woche schon jetzt eine der wichtigsten seiner Karriere. Nach Runden von 67 und 66 Schlägen lag der Südkoreaner zur Halbzeit bei sieben unter Par, zwei Schläge hinter der Spitze. Am Moving Day legte er dann eine 65 nach und führt nun das Rennen an.
Wie viel Kim dieses Turnier bedeutet, zeigte schon seine Anreise: Beim Presidents Cup stieg er nach seinem Einzelsieg gegen Wyndham Clark umgehend ins Flugzeug nach Japan, obwohl der Teamwettbewerb noch gar nicht entschieden war.
Warum Gold für Tom Kim so viel zählt
In Südkorea müssen gesunde Männer zwischen 18 und 35 Jahren einen Wehrdienst von 18 bis 21 Monaten leisten: Spitzensportler eingeschlossen. Ausnahmen gibt es nur für herausragende internationale Erfolge. Im Golf sind das eine Medaille bei Olympischen Spielen oder Gold bei den Asienspielen.
Weil beide Wettbewerbe nur alle vier Jahre stattfinden, sind die Chancen rar. Bei Olympia 2024 in Paris hätte Kim eine Medaille gereicht, er wurde jedoch geteilter Achter. Mit 24 Jahren bleiben ihm nur noch wenige Gelegenheiten, trotz bereits vier Siegen auf der PGA Tour.
Zweite Chance über die Teamwertung
Am Sonntag hat Kim gleich zwei Wege zur Freistellung, denn auch Teamgold zählt. Südkorea führt die Mannschaftswertung derzeit mit einem Schlag Vorsprung an. Davon würde auch Teamkollege S.H. Kim profitieren, der aktuell auf der Korn Ferry Tour spielt. Für ihn könnten diese Asienspiele die letzte Gelegenheit sein, seine Laufbahn ohne lange Zwangspause fortzusetzen.
„Ich bin absolut nervös, der Druck ist enorm. Mit Gold könnte ich auf der PGA Tour bleiben – das ist mein Ziel“, sagte S.H. Kim der BBC. Der dritte Spieler im Team, Mun Do-yeob, hat seinen Wehrdienst bereits abgeleistet.
Das mahnende Beispiel Sangmoon Bae
Wie schwer ein Comeback nach dem Militärdienst ist, zeigt der Fall Sangmoon Bae. Der Südkoreaner gewann 2013 und 2014 jeweils ein Turnier auf der PGA Tour und galt als einer der kommenden Stars des asiatischen Golfs. Nach dem Presidents Cup 2015 musste er einrücken. Als er 2017 zurückkehrte, fand er nicht mehr zu seiner Form und beendete die Saison auf Rang 202 im FedEx Cup. An frühere Erfolge konnte er nie wieder anknüpfen.
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